Engelhardt erstmals Deutscher Straßenmeister
Felix Engelhardt (Mitte) gewann den DM-Titel vor Lennart Jasch (li.) und Nico Denz.Foto: Foto: GC

Felix Engelhardt (Jayco-AlUla) ist neuer Deutscher Meister. Nach einem hart umkämpften Rennen bei hohen Temperaturen setzte sich der 25-Jährige aus Ulm im Sprint einer Spitzengruppe vor Lennart Jasch (Tudor) und Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe) durch. Der ehemalige U23-Europameister holte erstmals das Deutsche Meistertrikot.

Nach einigen Vorstößen zu Beginn des 191 Kilometer langen Rennens rund um Bad Liebenstein, suchten Maximilian Schachmann (Soudal-Quick Step) und Marco Brenner (Tudor) schon recht früh im Rennen, nach rund 60 Kilometern, eine Vorentscheidung. Die beiden Mitfavoriten setzten sich vom Feld ab, bekamen mit Nils Politt (UAE-Team Emirates-XRG), Jonas Rutsch (Lotto-Intermarché), Tim Torn Teutenberg (Lidl-Trek), Miguel Heidemann (REMBE | rad-net), Jonas Rapp (Fnix-Scom-Hengxiang) und Bastian Dietl (Run&Race-Solarpur) noch Gesellschaft von sechs weiteren Fahrern. Die Gruppe holte rund anderthalb Minuten Vorsprung auf das Feld, beziehungsweise das, was davon noch übrig war, heraus.

Das Team Red Bull-Bora-hansgrohe hatte den Sprung in die Spitzengruppe komplett verpasst. Deshalb spannte es sich mit voller Mannschaftsstärke – fünf Fahrer waren gestartet – an die Spitze und organisierte die Nachführarbeit. Langsam aber stetig machte das Feld Boden auf die inzwischen auf Politt, Schachmann, Teutenberg und Brenner dezimierte Spitzengruppe gut. Etwa 50 Kilometer vor dem Ziel schlossen Engelhardt, Jasch, Denz, Vorjahressieger Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché), Lennard Kämna (Lidl-Trek) und Jermaine Zemke (REMBE | rad-net), als einziger Fahrer eines Continental-Teams, zur Spitzengruppe auf.

Kurz darauf eröffnete Zemke mit einer Attacke am langen Anstieg das äußerst spannende Finale. Der 20-Jährige holte einige Sekunden Vorsprung heraus, hatte gegen die Spitzenprofis aber keine Chance und wurde wieder gestellt. Just in dem Moment griff dann Kämna aus der Gruppe an. Aber auch seine rund halbe Minute Vorsprung reichte nicht, sodass auch er wieder eingeholt wurde.

Durch das hohe Tempo verkleinerte sich die Spitzengruppe auf nur noch fünf Fahrer: Engelhardt, Politt, Zimmermann, Jasch und Denz sollten das Rennen unter sich ausmachen. Engelhardt verlor jedoch kurz vor der Kuppe den Anschluss. „Ich hatte echt zu kämpfen und musste reißen lassen. In der Abfahrt habe ich die Gruppe vor mir mit rund 15 Sekunden Abstand gesehen. Dort bin ich maximales Risiko gegangen und konnte einen Kilometer vor dem Ziel wieder aufschließen. Dann habe ich mir mit Nils Politt den Fahrer mit dem größten Windschatten ausgesucht“, beschrieb Engelhardt die entscheidende Rennsituation. Den Sprint der nun wieder fünf Fahrer eröffnete Politt bei noch etwa 250 zu fahrenden Metern. Engelhardt hatte aber die schnellsten Beine, zog an ihm vorbei und gewann die Deutsche Meisterschaft vor Jasch und Denz.

„Das Meistertrikot zu tragen, ist etwas ganz Besonderes – vor allem bei der Tour de France. Ich werde es mit Stolz durch Frankreich tragen“, sagte Engelhardt nach dem Rennen. Sein neues Kleidungsstück kann er dann ab kommender Woche bei der Tour de France präsentieren.

Jasch war glücklich mit seiner Silbermedaille: „Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Jeder aus der Gruppe hätte es verdient gehabt, zu gewinnen.“ Dem stimmte Denz zu: „Es war kein Rennen, bei dem es einen Zufallssieger gab. Alle, die vorne waren, hatten es verdient. Und ich denke, mit Felix haben wir einen verdienten Deutschen Meister.“

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