Die deutschen Frauen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften in Montreal (Kanada) eine gute Leistung gezeigt. Franziska Koch wurde Zehnte, Liane Lippert überquerte als 14. den Zielstrich.
Eine vorentscheidende Situation ereignete sich 95 Kilometer vor dem Ziel, als relativ weit vorne im Feld mehrere Fahrerinnen stürzten, darunter auch einige Favoritinnen wie Vorjahressiegerin Magdeleine Vallieres (Kanada). Die beiden deutschen Nationalfahrerinnen Ricarda Bauernfeind und Linda Riedmann gingen glücklicher Weise nicht zu Boden, standen aber hinter dem Sturz und verloren den Anschluss.
Dadurch lagen nur noch rund 40 Fahrerinnen vorne im Rennen. 38 Kilometer vor dem Ziel attackierte Demi Vollering (Niederlande). Schnell hatte sie rund eine halbe Minute Vorsprung, doch die Konkurrenz gab sich noch nicht geschlagen. Später schlossen noch Katarzyna Niewiadoma (Polen) und Elisa Longo Borghini (Italien) auf, vor denen sich die Niederländerin im Sprint durchsetzte. Auch Koch kämpfte noch um den Anschluss. „Ich habe alles gegeben. An dem Berg, wo Demi dann attackiert hatte bin ich hinterhergefahren so schnell ich konnte. Aber dann war der Berg doch 100 Meter zu lang für mich. Ich bin halt zu tief gegangen und musste reißen lassen“, so die WM-Dritte im Einzelzeitfahren im Ziel.
Schließlich lag Koch alleine in der Verfolgung und sicherte sich den zehnten Platz. Lippert kam mit den nächsten Verfolgerinnen ins Ziel, genauso wie Antonia Niedermaier, die den 28. Platz belegte. Obwohl Koch mit dem Ziel, eine Medaille zu holen, gestartet war, war sie mit ihrem Rennen zufrieden. „Ich hätte nicht schneller fahren können. Wenn andere stärker sind, dann muss man das akzeptieren. Auch wenn ich heute nicht meinen besten Tag hatte, kann ich trotzdem stolz drauf sein“, sagte Koch.
Lippert erklärte: „Es war ein mega, mega hartes Rennen auf einem harten Kurs – aber entsprechend ehrlich war das Rennen. In den letzten drei Runden hat sich gefühlt das ganze Feld zersprengt. Ich habe alles gegeben und bin deshalb nicht enttäuscht.“ Und Antonia Niedermaier meinte: „Ich habe schon an der ersten Steigung gemerkt, dass ich heute nicht die besten Beine habe, habe aber trotzdem mein Bestes getan.“
