Bahn-WM: Medaillen und erste Olympia-Qualifikationspunkte als Ziele

Am Mittwoch beginnen die Bahn-Weltmeisterschaften 2026 in Shanghai (China). Die Titelkämpfe sind zugleich Auftakt der Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028. German Cycling (GC) hofft, erste wichtige Quali-Punkte einzufahren – und natürlich auch auf WM-Medaillen.

Selbstbewusst schätzt Tim Torn Teutenberg die Chancen der Deutschen in den Massenstart-Disziplinen ein: „Wir gehen immer an den Start, um zu gewinnen. Ich spreche da auch für Roger Kluge und Moritz Augenstein. Ich denke, es ist auf jeden Fall auch bei uns allen drei drin. Es kann immer viel passieren in so einem Rennen, aber wenn ich ohne Medaille nach Hause fahren würde, wäre ich ein bisschen unglücklich.“ Teutenberg wird das Omnium und Ausscheidungsfahren bestreiten, Kluge und Augenstein, vergangenes Jahr Weltmeister im Scratch, treten im Zweiermannschaftsfahren an.

In der Mannschaftsverfolgung ist die Top-8 das Ziel. „Wir haben in den letzten Monaten einen guten Schritt nach vorne gemacht, alle anderen allerdings auch. Die Leistungsdichte ist so hoch, wie schon lange nicht mehr. Ich gehe davon aus, dass es zwischen Platz drei und zehn sehr eng zugehen wird. Für uns ist die Top-8 extrem wichtig, weil nur acht Mannschaften zu Olympia fahren“, erklärt Bundestrainer Lucas Schädlich. „Mit Benjamin Boos, Max-David Briese, Paul-Felix Petry, Moritz Binder und Tim Teutenberg haben wir eine sehr ambitionierte Mannschaft am Start.“

Höher sind die Ziele der Frauen in der Mannschaftsverfolgung. Franziska Brauße sagt: „Man reist schon zu einer WM, um auch zu gewinnen. Wir peilen auf jeden Fall eine Medaille an. Wir haben gut trainiert, sind auch gute Zeiten beim Training in Frankfurt/Oder gefahren. Ob das dann nachher wirklich reicht, wird man sehen.“ Dass es in Shanghai erste Punkte für die Olympia-Qualifikation geben wird, können die Sportlerinnen und Sportler nicht ganz ausblenden: „Eine Weltmeisterschaft ist der wichtigste Wettkampf im Jahr, deswegen wollen wir da natürlich immer gut abschneiden. Im Hinterkopf ist aber natürlich auch die Olympia-Quali. Die Punkte, die man jetzt schon holt, denen muss man später nicht mehr hinterherrennen. Das macht es hinten raus entspannter“, so Brauße.

Eine Medaille ist auch das Ziel der Teamsprinterinnen, die sich aufgrund der Baby-Pause von Emma Hinze neu aufgestellt haben. Die junge Clara Schneider bringt das Trio auf Schwung, dann folgt Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch ist nun nicht mehr Anfahrerin, sondern die Schlussfrau. „Wir haben festgestellt, dass Pauline auf der drei wirklich richtig stark ist und wir so die schnellsten Zeiten erzielen konnten“, erklärt Bundestrainer Jan van Eijden. Auch in den Einzeldisziplinen rechnet sich Friedrich Chancen aus: „Ich bin in Frankfurt/Oder persönliche Bestleistung über 200 Meter gefahren und denke, dass ich mich hier auf keinen Fall verstecken muss. Dass ich wieder auf dem Podest stehen will, ist natürlich logisch. Im Teamsprint ist das Kleine Finale realistisch.“

Für die Männer geht es im Teamsprint auch um das Erreichen der besten Acht. „Unser Ziel ist es, uns Richtung Olympia zu qualifizieren. Elf, zwölf Mannschaften kommen da in Frage“, weiß Van Eijden, der im Teamsprint auf Anfahrer Nik Schröter, Luca Spiegel und Henric Hackmann setzt. Hackmann stellt sich ganz in den Dienst der Mannschaft und verzichtet bei dieser WM auf seine Lieblingsdisziplin, das 1000-Meter-Zeitfahren, in der er vergangenes Jahr als Vierter nur ganz knapp an einer Medaille vorbeifuhr. „Die 1000 Meter werde ich dieses Jahr nicht fahren, weil ich für unser Team versuche, die Olympiapunkte zu holen, und 1000 Meter ist ja nicht olympisch“, so der 23-Jährige, der auch im Sprint antreten wird und im Training auf der 2023 eröffneten Bahn in Shanghai bereits Bestzeit fuhr.

Los geht es am Mittwoch mit der Qualifikation zur Mannschaftsverfolgung. Am Abend fallen die Entscheidungen im Teamsprint der Männer und Frauen. Außerdem werden an den fünf Wettkampftagen die WM-Titel im Scratch, Ausscheidungsfahren, Zweiermannschaftsfahren, Omnium, in der Einerverfolgung sowie im Sprint, Keirin und 1000-Meter-Zeitfahren vergeben.

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