Deutsche Nationalmannschaft für WM-Straßenrennen gewappnet
Nico Denz und Florian Lipowitz bei der Streckenerkundung in Montreal.Foto: GC/Max Fries

Am Wochenende fallen bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal (Kanada) die Entscheidungen in den Straßenrennen. Am Samstag starten die Frauen in den 180 Kilometer langen Titelkampf, am Sonntag geht es für die Männer über 273 Kilometer, ehe der neue Weltmeister feststeht. German Cycling (GC) kann in beiden Rennen auf eine sehr starke Mannschaft setzen und will sich nicht verstecken.

Während die Männer die WM-Strecke schon von dem WorldTour-Eintagesrennen Grand Prix Cycliste de Montréal kennen, konnten die Frauen die 13,5 Kilometer lange Runde am Mittwoch erstmals auf gesperrter Strecke erkunden. „Es ist auf jeden Fall eine anspruchsvolle Strecke. Aber wir sind auch wirklich ein gutes Team hier. Ich denke, wir sind alle gut bergfest und können einen Unterschied machen“, ist Antonia Niedermaier überzeugt. Und Liane Lippert meinte: „Es ist wie ein Klassiker-Kurs. Ich erwarte ein Ausscheidungsfahren. Und ich glaube, dass wir die Mannschaft dafür haben.“ Franziska Koch erwartet ein „definitiv hartes Rennen“ – auch allein schon vor der Distanz. 180 Kilometer stehen für die Frauen selten auf dem Programm.

„Heute haben wir den Stadtkurs gesehen, die Tage haben wir uns schon die Anfahrt angeschaut. Die ist wirklich unspektakulär und relativ flach. Es ist vielleicht ein bisschen windanfällig hier und da, aber ich glaube nicht, dass das so selektiv ist, dass da irgendwie groß was passiert, außer dass vielleicht eine Gruppe geht. Und entscheidend wird letztendlich die Stadtrunde sein“, so Frauen-Bundestrainer André Korff. Die Frauen starten – genauso wie die Männer außerhalb des Stadtzentrums von Montreal und legen 64 Kilometer zurück, ehe der Rundkurs erreicht wird. Die Männer fahren nach ebenfalls flachen 102 Kilometern auf der Runde.

Weiter erklärte Korff, der wie seine Rennfahrerinnen eine Entscheidung aus einer kleinen Gruppe erwartet: „Wir haben eine Mannschaft, die flexibel ist, und das werden wir sicherlich nutzen. Unser Ziel ist und bleibt eine Medaille. Ich denke, das sollte auch unser Anspruch sein. Wir waren ja öfter mal kurz davor. Irgendwann muss es ja mal wieder klappen.“

Auch Felix Engelhardt bestätigte, dass der Rundkurs „so hart ist, wie er im Fernsehen ausschaut“. Es sei „keine Strecke, wo man sich verstecken kann“. Die Rennfahrer rechnen mit einem selektiven Rennen. Eine frühe Vorentscheidung mit einem Monster-Solo von beispielsweise 175 Kilometern wie zuletzt durch Mathieu van der Poel (Niederlande) bei der Luxemburg-Rundfahrt wird jedoch eher nicht erwartet; sehr wohl aber frühe Attacken und dass der Sieger aus einer kleinen Gruppe kommt. „Die Anfahrt ist zwar prädestiniert dafür, auf die Windkante zu gehen, doch man muss erstmal schauen, welche Nation sich überhaupt zutraut, so früh und dort schon den wichtigen Unterschied zu machen“, sagte Schachmann und wies darauf hin, dass der dann folgende Rundkurs stellenweise sehr technisch und die „Positionierung ausschlaggebend“ sein wird.

Entsprechend sind auch die Männer überzeugt, dass der WM-Titel letztendlich erst auf dem Stadtkurs ausgefahren wird. Dafür ist die deutsche Nationalmannschaft gewappnet. „Ich bin unglaublich stolz, dass wir so eine gute Truppe für den Kurs hier am Start haben“, so Männer-Bundestrainer Jens Zemke. Das sieht auch Florian Lipowitz als Vorteil: „Die WM ist natürlich immer ein sehr offenes Rennen. Wenn man die Startliste anschaut, kann man aber schon in etwa sagen, welche Nationen wohl was vorhaben werden. Aber am Ende müssen wir uns einen eigenen Plan machen und als Mannschaft an den Start gehen.“ Zemke hofft, dass es nach vielen Jahren ein deutscher Rennfahrer wieder unter die Top-Ten schafft. Zuletzt war das Schachmann 2020 in Imola (Italien). Der Coach ergänzte: „Wir werden in den kommenden Tagen sehen, wer sich in den Dienst der Mannschaft stellt und wer es sich zutraut, zum Schluss noch dabei zu sein und Akzente zu setzen. Wichtig ist, dass wir einen guten Teamspirit haben und gut zusammenwachsen.“

Am Donnerstag werden außerdem die Medaillen in den Straßenrennen der Frauen U23 und der Junioren vergeben. Am Freitag sind die Männer U23 und Juniorinnen an der Reihe.

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