Besser hätten die Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal (Kanada) für German Cycling nicht beginnen können: Franziska Koch gewann im Einzelzeitfahren der Frauen, dem ersten Wettbewerb der Titelkämpfe, die Bronzemedaille. Antonia Niedermaier belegte einen ebenfalls guten siebten Platz. Jasha Sütterlin wurde im Kampf gegen die Uhr der Männer 14.
„Der Kurs kam mir mit seinen Wellen entgegen. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, dass heute ein guter Tag wird. Ich bin wirklich sehr glücklich mit dieser Bronzemedaille hier“, freute sich Koch über ihren dritten Platz.
Mit 39,2 Kilometern war es das längste Zeitfahren für Frauen, das je bei einer WM ausgetragen wurde. „Es war ein wirklich langes Rennen. Ich versuchte, im ersten Teil nicht zu übermütig zu sein. Man musste sich seine Kräfte einteilen und erst am Ende konnte man anfangen, den Tank komplett leerzufahren“, erklärte Koch. Das machte sie perfekt. Und mit einer Fahrzeit von 51:09 Minuten musste sie nur Titelverteidigerin Marlen Reusser (50:24/Schweiz) und Zoe Bäckstedt (51:04/Großbritannien) den Vortritt lassen.
Für Niedermaier stoppte die Zeit bei 52:13 Minuten. Das reichte für Platz sieben. „Ich wusste, dass es nicht wirklich meine Strecke sein würde. Für meinen Geschmack war sie etwas zu flach. Ich freue mich sehr für Franziska. Dass sie die Bronzemedaille geholt hat, ist super cool. Es sei ihr vergönnt, denn sie hat hart dafür gearbeitet.“
Bei den Männern fuhr Jasha Sütterlin beim Sieg von Topfavorit Remco Evenepoel (Belgien), der mit fast einer Minute Vorsprung Mitfavorit Filippo Ganna (Italien) hinter sich ließ, auf einen guten 14. Platz, zur Top-Ten fehlten ihm gar nur acht Sekunden. Max Walscheid kam mit 2:47 Minuten Rückstand auf den 27. Platz.
„Ich hatte einen guten Tag und bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Den letzten Kilometer bin ich so all-out gefahren wie noch nie. Schade, dass mir zur Top-Ten nur acht Sekunden gefehlt haben“, sagte Sütterlin, der sogar einige Zeit auf dem Hotseat verbrachte, ehe er dort von schnelleren Fahrern verdrängt wurde. Walscheid war hingegen nicht zufrieden: „Es gibt kein einfaches Zeitfahren. Aber heute lief es einfach nicht so wie erhofft.“
Für die Mixed-Staffel, die am Mittwoch ansteht, sind beide optimistisch. Sütterlin erklärte, dass er „mit einer Medaille“ rechnet. Und Walscheid sagte: „Wir sind eine geschmeidige Truppe, sind gut aufeinander eingespielt. Das sind die Mädels denke auch. Motiviert sind sie und wir auf jeden Fall.“ Ergänzt wird die Mannschaft neben den heutigen Starterinnen und Startern durch Nikias Arndt und Ricarda Bauernfeind.
