Hallenradsportler wollen WM-Medaillen in allen Disziplinen
Der 4er des RV Mainz-Ebersheim will den WM-Titel zurückholen.Foto: Dominic Reichert

Ludwigsburg ist am kommenden Wochenende (30. Oktober bis 1. November) Schauplatz der Hallenradsport-Weltmeisterschaften – und die Titelkämpfe im eigenen Land sind für die Athletinnen und Athleten von German Cycling (GC) besondere. Bei ihrer Heim-WM wollen sie sich vor eigenem Publikum bestens präsentieren und Medaillen in allen Disziplinen gewinnen. Sportlerinnen und Sportler aus insgesamt 22 Nationen fahren in der MHPArena im Kunstradfahren sowie im Radball um die Titel und Medaillen.

„Wir kämpfen um die Maximalausbeute und möchten zumindest für alle Edelmetall“, kann Kunstrad-Bundestrainer Dieter Maute selbstbewusst als Ziel für seine Schützlinge vorgeben. In allen fünf Kunstrad-Disziplinen sind die Deutschen Topfavoriten – und das nicht von ungefähr: „Nachdem wir in diesem Jahr schon in drei Disziplinen Weltrekorde deutscher Athletinnen und Athleten erleben durften, gehen unsere Sportlerinnen und Sportler natürlich auch als Sieganwärter in die Wettkämpfe.“ 1er-Weltmeister Philipp Rapp stockte in dieser Saison seine Kür nach der Planche auch noch mit dem Salto auf und erzielte beim 3. German Masters 216,53 Punkte. Beim selben Event schraubte Ex-Weltmeisterin Lara Füller den Weltrekord im 1er Kunstradfahren der Frauen auf 198,40 Punkte. Und der 4er des RV Mainz-Ebersheim, im vergangenen Jahr Vize-Weltmeister, erzielte beim Deutschland-Cup 249,71 Punkte.

Doch nicht nur Rapp, Füller und Ebersheim gehören zu den Medaillenkandidaten. Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger starten im 2er der Offenen Klasse als Titelverteidiger, wenngleich auch verletzungsbedingt etwas gehandicapt. Außerdem können sich Ex-Weltmeisterin Ramona Dandl, Simon Halter (beide 1er), Julia Hämmerli/Patrick Tisch, die letztjährigen Vize-Weltmeisterinnen Neele Jodeleit/Kim-Leah Schlüter und Lillith Mester/Mira-Sofie Osterhage (jeweils 2er) berechtigte Medaillenhoffnungen machen.

Im Radball der Frauen geht die Titelvergabe wohl auch nur über das deutsche Duo Danielle Holzer/Judith Wolf, nachdem es bei der WM in den vergangenen beiden Jahren jeweils das Regenbogentrikot holte und im Juni auch bei der Europameisterschaft Gold gewann. „Sie gehören sicherlich zu den Topfavoritinnen“, sagt Bundestrainer Jörg Latzel, der vor allem das Schweizer Duo als härteste Gegnerinnen sieht. „Sie sind den beiden sowohl körperlich als auch schusstechnisch überlegen. Diesen Nachteil können Judith und Danielle allerdings durch ihren Spielwitz, ihre Spielintelligenz und ihr außerordentlich geschicktes taktisches Verhalten bislang mehr als wettmachen. Wenn es ihnen gelingt die eigene Fehlerquote minimal zu halten und kaum Gegentore zuzulassen, sollten sie eine sehr gute Chance haben, ihren Titel erfolgreich verteidigen zu können.“

Bei den Männern waren die deutschen Radballer in den vergangenen Jahren durch die WM-Titel von Bernd und Gerhard Mlady, André und Raphael Kopp und schließlich Bernd Mlady/Raphael Kopp sehr erfolgsverwöhnt. Dieses Mal geht es etwas bescheidener zu. Erstmals vertreten Michael Birkner und Robert Mlady die deutschen Farben. Latzel sieht die Österreicher und Schweizer in der Favoritenrolle. „Unser Team kann an einem guten Tag sicherlich beiden Teams Paroli bieten, da beide physisch sehr stark sind und über einen ausgezeichneten Schuss verfügen. Allerdings müssen sie sich auch den Angriffen der Franzosen sowie der Tschechen erwehren“, erklärt der Coach. „Der Einzug ins Halbfinale ist das erklärte Ziel und sollte am Ende eine Medaille herausspringen, wären wir im deutschen Lager mehr als zufrieden.“

„Die deutschen Athletinnen und Athleten sind froh, dass in Ludwigsburg eine WM stattfinden kann“, so Maute, der weiter sagt: „Bei allen die daran beteiligt sind, dies nach der kurzfristeigen Absage von Derby möglich zu machen, bedanken wir uns. Wir hoffen, dass die Hallenradsportfans auch so kurzfristig die Halle vollmachen und wieder zeigen, was den Hallenradsport ausmacht.“ Noch sind einige Eintrittskarten verfügbar. Es kann gewählt werden zwischen Tagestickets (ab 30 Euro) sowie einer Dauerkarte (ab 85 Euro), die an allen drei Wettkampftagen gültig ist.

 

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