Teutenberg Weltmeister im Ausscheidungsfahren – Silber für Friedrich, Bronze für Kluge/Augenstein

Am letzten Tag der Bahn-Weltmeisterschaften in Shanghai (China) hat German Cycling (GC) noch einmal drei Medaillen feiern können. Tim Torn Teutenberg wurde Weltmeister im Ausscheidungsfahren. Zudem holte Lea Sophie Friedrich Silber im Keirin; Roger Kluge und Moritz Augenstein konnten sich über Bronze im Zweiermannschaftsfahren freuen. Insgesamt gewannen die deutschen Rennfahrerinnen und Rennfahrer neun Medaillen: zweimal Gold, zweimal Silber und fünfmal Bronze.

Teutenberg fuhr ein souveränes Rennen, hatte die Situation stets unter Kontrolle und kam nie in Bedrängnis. Am Ende machten Tobias Hansen (Dänemark) und Teutenberg den Titel unter sich aus. „Ich hatte schon etwas Angst vor dem letzten Sprint, als ich sah, dass es Tobias war, weil ich schon einige Male gegen ihn verloren hatte. Er ist ein ziemlich schneller Typ. Also habe ich versucht, es so weit wie möglich zu verlangsamen, weil er immer einen etwas größeren Gang hat als ich. Vielleicht konnte ich dadurch einen Vorteil erzielen, und als er dann beschleunigte, habe ich einfach alles gegeben, was ich hatte, und versucht, ihn über mir oder hinter mir zu halten. Nicht, dass er auf den letzten Metern noch an mir vorbeizieht“, beschrieb Teutenberg die Entscheidung. Dritter wurde Jules Hesters (Belgien).

„Ich wollte unbedingt das Ausscheidungsfahren gewinnen. Ich denke, es ist mein bestes Rennen überhaupt. Bei den Europameisterschaften war ich schon ziemlich erfolgreich, aber noch nie bei der Weltmeisterschaft, deshalb bin ich wirklich glücklich, den Titel zu gewinnen“, sagte Teutenberg, der gestern schon Bronze im Omnium holte, weiter. „Tim kann nun mit Fug und Recht sagen, dass er der weltbeste Fahrer im Ausscheidungsfahren ist. Er hat wieder sehr, sehr gute Fahrer hinter sich gelassen. Für ihn persönlich bedeutet der Titel auch sehr viel“, sagte Bundestrainer Lucas Schädlich.

Im Keirin zeigte Friedrich wieder ihre Klasse, kam souverän ins Finale. Dort hatte sie die erste Startposition gelost und ließ zunächst Emma Finucane (Großbritannien) vorbeiziehen. An ihr Hinterrad heftete sich Friedrich, konnte im Schlussspurt noch an der Britin vorbeifahren, doch von hinten kam noch Alina Lysenko (Neutrale Athleten) und setzte sich im Fotofinish vor Friedrich durch. „Natürlich will man gewinnen, aber eine ist halt noch vorbeigefahren. Mit der Silbermedaille jetzt und insgesamt zwei Medaillen bei dieser WM bin ich zufrieden. Die Form stimmt“, bilanzierte Friedrich. Die zweite deutsche Starterin, Alessa Catriona Pröpster, war im Hoffnungslauf ausgeschieden. Sie belegte den 19. Platz.

Auch Bundestrainer Jan van Eijden freute sich über die Leistungen seiner Schützlinge, wenngleich es noch die ein oder andere Stellschraube gibt: „Wir können sehr zufrieden sein mit dem WM-Titel von Pauline Grabosch, Silber im Keirin durch Lea und Maxilian Dörnbach sowie der Bronzemedaille der Teamsprinterinnen. Den sechsten Platz von Henric Hackmann im Sprint sollte man auch nicht außer Acht lassen. Es war der erste Wink mit dem Zaunpfahl eines deutschen Sprinters in Richtung Weltspitze seit langer Zeit. Nach Platz neun im Teamsprint der Männer haben wir noch Arbeit vor uns. Aber ich denke, auch da sind wir nicht zu weit weg, aber es geht halt darum, das Loch zu schließen und nicht, dass es größer wird.“

Die Europameister im Zweiermannschaftsfahren Kluge/Augenstein konnten in Shanghai mit Bronze eine weitere Medaille ihrer Sammlung hinzufügen. Bereits mit dem Gewinn des ersten Wertungssprints machte das Duo seinen Ambitionen deutlich, punktete weiter im Laufe des Rennens, doch erst die doppelt zählende Schlusswertung brachte die Entscheidung. Als Dritte und mit dann insgesamt 52 Punkten sicherten sie dort den dritten Platz vor Belgien mit 51 Punkte ab. Dänemark (88) gewann vor Portugal (67). „Natürlich haben wir vom Titel geträumt. Trotzdem sind wir happy mit Bronze und definitiv zufriedener als letztes Jahr“, so Kluge. Bei der WM 2025 waren Kluge/Augenstein zunächst auf Rang drei geführt worden, ehe die Jury das Ergebnis korrigierte und die beiden Deutschen auf Rang vier abrutschten. „Man muss realistisch sein. Das Feld hat ein extrem hohes Niveau und es gibt immer sechs, sieben Mannschaften, die um den Titel fahren können. Die Dänen waren heute klar die stärksten und haben verdient gewonnen. Zum Schluss haben wir uns auf die Belgier konzentriert, um eine Medaille abzusichern. Es war ein Kampf bis zur letzten Wertung.“

Schädlichs WM-Bilanz fiel weitestgehend positiv aus: „Wir haben in drei von fünf Massenstarts Edelmetall geholt. Von der Ausbeute mit den beiden Medaillen von Tim und der von Roger und Moritz ist es natürlich eine sehr gute WM gewesen. Wir können motiviert nach Hause fahren. Aber nun heißt es vor allem auch, den Vierer weiter zu positionieren und zu stabilisieren.“

Im Punktefahren der Frauen belegte Lisa Klein, die zuvor Bronze in der Mannschafts- als auch der Einerverfolgung geholt hatte, am Schlusstag den siebten Platz.

Frauen-Bundestrainer André Korff erklärte: „Im Großen und Ganzen können wir mit den zwei Medaillen schon sehr zufrieden sein. Vor allem was den Vierer angeht, sind wir super zufrieden. Auch die Einerverfolgung war gut, denn mit einer Medaille haben wir dort nicht unbedingt gerechnet. Das Omnium und das Madison war allerdings etwas enttäuschend. Aber das ist auch immer ein Stück weit von der Tagesform abhängig.“

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