WM-Titel für Füller und Styber/Rödiger
Lokalmatadorin Lara Füller gewann den WM-Titel im 1er Kunstradfahren der Frauen.Foto: Constantin Eckstein

Am zweiten Tag der Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Ludwigsburg haben die Deutschen zwei Weltmeistertitel und zwei Silbermedaillen im Kunstradfahren gewonnen. Lokalmatadorin Lara Füller erfüllte sich den Traum vom Heimsieg im 1er Kunstradfahren der Frauen vor Ramona Dandl. Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger gelang der Titel-Hattrick vor Julia Hämmerli/Patrick Stapf.

Sowohl Füller als auch Dandl zeigten im Finale starke Fahrten ohne Fehler, sodass am Ende kleine Wackler oder Unsicherheiten über Sieg und Niederlage entschieden. Und das gelang Füller besser. Sie spulte ganz abgeklärt ihre Kür herunter und holte sich mit 196,00 Punkten zum zweiten Mal nach 2024 das Regenbogentrikot. „Dieser Erfolg toppt sogar den Weltrekord, das ist der schönste Tag meiner Karriere […] Weltmeisterin vor heimischem Publikum geworden zu sein, bedeutet mir unglaublich viel. Der Erwartungsdruck war schon hoch, aber ich habe es im entscheidenden Moment geschafft, ganz bei meinem Wettkampf zu sein“, freute sich Füller. Dandl, Weltmeisterin von 2023, erlaubte sich auch keine großen Patzer, doch am Ende waren es kleine Abzüge, durch die sie „nur“ auf 192,65 Punkte kam. Alessa Hotz aus der Schweiz belegte mit 188,25 Punkten den dritten Platz.

Die Vorzeichen standen für Styber/Rödiger gar nicht so gut. Vor fünf Wochen, beim Einfahren bei der Deutschen Meisterschaft, stürzte Styber und brach sich dabei den Ellenbogen. Lange Zeit musste das Duo um seinen WM-Start bangen, vor einer Woche gab es aber grünes Licht von den Ärzten. Nachdem das Duo schon in der Qualifikation mit 157,02 Punkten klar die beste Kür gezeigt hatte, konnte es im Finale noch einmal deutlich einen draufsetzen: 162,34 Zähler bedeuteten eine nahezu perfekte Vorstellung und zum dritten Mal in Folge Gold. „Der WM-Titel bedeutet uns richtig viel, weil lange unklar war, ob wir überhaupt starten können. Erst letzten Freitag haben wir die Erlaubnis bekommen“, so Styber. Und Rödiger sagte: „Vor der WM sind wir ganz viele Programme am Seil gefahren, um Leas Arm zu schonen. Das hat ein Glück gut geklappt.“ Die zweite deutsche Paarung, Hämmerli/Tisch überzeugte trotz eines Absteigers mit 146,47 Punkten und Silber. Bronze ging an die Österreicher Franziska Belmega/Marcel Schnetzer mit 127,28 Punkten.

Auch im 1er Kunstradfahren der Männer sind die Deutschen auf Medaillenkurs – wenngleich es in der Qualifikation eine kleine Überraschung gab: Dort fuhr nicht Titelverteidiger und Topfavorit Philipp Rapp die höchste Wertung aus, sondern der erst 19-jährige Simon Halter. Der WM-Neuling erzielte 202,13 Punkte. Rapp reihte sich nach einem Sturz bei der Rückwärtsserie hinter ihm mit 196,00 Punkten ein.

Die Radballerinnen Danielle Holzer und Judith Wolf müssen morgen noch das letzte Vorrundenspiel gegen Japan bestreiten, gewannen bislang aber alle drei Spiele und liegen bereits uneinholbar an der Tabellenspitze. Der Einzug ins WM-Finale ist ihnen damit bereits sicher.

Im Radball der Männer erreichten Michael Birkner und Robert Mlady unterdessen das Halbfinale. In der Vorrunde der Gruppe A gewannen die Franken alle drei Spiele und belegten Platz eins in der Tabelle. In der Zweiten Runde waren die beiden Franken zwar den österreichischen Topfavoriten Patrick Schnetzer/Markus Bröll 5:9 unterlegen, doch im Viertelfinale gegen Ungarn hatten sie keinerlei Mühe. Mit einem klaren 9:1-Sieg zogen sie ins Halbfinale ein. Dort treffen Birkner/Mlady morgen auf Tschechien.

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